Die 1. Spaziergänge zu Hause
Wie schon gesagt, heisst es jetzt üben, üben, üben. Und genau damit haben wir sofort am nächsten Tag begonnen.
Zuerst durfte Sancho mit, weil er völlig störungsfrei durch die Weltgeschichte läuft.
Zur Unterstützung haben Frauchen und Andra uns begleitet. Ihn hat überhaupt nichts erschüttert, selbst der vorbeifahrende Zug hat ihn nicht gestört. Dafür hat er sich sehr für seine Umgebung interessiert und alles genau beobachtet. Wieder am Stall angekommen, haben wir Sancho auf die Wiese zu seiner Herde gebracht und weil es so schön war, sind wir mit Balu noch eine Runde spazieren gegangen.
Auch er läuft schon sehr gut mit, vielleicht noch nicht ganz so sicher. Hier und da hat er sich noch einmal erschreckt, aber auch er zeigte sichliches Interesse an seiner Umwelt.
Damit sich keiner vernachlässigt fühlt, hatten wir uns vorgenommen, mit allen ein Stückchen zu laufen.
Der Nächste war Leandro. Auch er hat ganz gemütlich seinen Rundgang mit uns gemacht und sich alles genau angesehen – sichtlich zufrieden, wie es schien.
Dann kam Noel und alles war anders. Er hatte schon an der Nordsee gezeigt, dass er eigentlich keine Lust auf Spaziergänge hatte. Und auch jetzt war er nicht gewillt , uns zu begleiten. Selbst Andra konnte ihn nicht wirklich überzeugen. Und um uns seinen Unwillen zu demonstrieren, hat er sich einfach hingelegt, und das alle paar Meter. Ganz schön anstrengend….
Trotzdem musste er die Straße einmal auf und ab laufen – schließlich soll auch er lernen.
Vielleicht probiere ich es beim nächsten Mal mit Leandro und Noel, damit er nicht alleine laufen muss und sich an seinem Weidekumpel orientieren kann.
So, und zu guter Letzt war Navajo an der Reihe. Mit ihm hat die Runde am längsten gedauert, denn er schleicht gaaaanz gemütlich vor sich hin, guckt hier und da und muss zwischendurch noch eine Menge erzählen.
Alles in Allem bin ich mit dem 1. Trainingstag super zufrieden und es hat wirklich Spaß gemacht – mir bestimmt und den Alpakas offensichtlich auch.
Und weil alles so wunderbar geklappt hat, habe ich am Sonntag morgen mit Sancho einen kleinen Ausflug gemacht.
Wir sind zu Freunden gelaufen, haben dabei die Bundesstraße überqueren müssen und Trecker, Fahrräder und Fußgänger getroffen, dann dort einen Kaffee getrunken und uns wieder auf den Heimweg gemacht – ohne Zwischenfälle.
Unser ” Kurzurlaub ” an der Nordsee war wirklich ein voller Erfolg und seit ich mich intensiver mit meinen Alpakas beschäftige, sind sie noch deutlich anhänglicher und auch interessierter geworden.
Kommt man auf die Wiese, wuseln alle um uns herum, zupfen hier an der Jacke und dort an der Hose und am liebsten stecken sie den Kopf in den Futtereimer, um schon mal ein Häppchen zu nehmen, bevor die Futterrinne aufgefüllt wird.
Nachdem ich feststellen musste, dass ich mit der Ausbildung meiner Jungspunde nicht mehr richtig weiterkam, entschloss ich mich dazu, mir erfahrene Unterstützung zu holen.
Ein bißchen Recherche und ich hatte in erreichbarer Nähe jemanden gefunden, der bereit war, mir zu helfen: die Narvanas Ranch und mit ihr Manuela Seebach.
Am 11.02.2012 war es dann soweit. Alle 4 Alpakas wurden verladen und auf ging es nach Butjadingen.
Nach guten 3 Stunden Fahrt bei bestem Wetter kamen wir dort an.
Zuerst wurden die Tiere in ihren Stall gebracht und versorgt und im Anschluss daran gab’s bei einer Tasse Kaffee die ersten Infos zur weiteren Vorgehensweise. Meine Alpis sollten lernen, ordentlich am Strick mit mir spazieren zu gehen.
Sonntag morgen ging es dann gleich los. Nachdem Manuela noch einmal den Sitz der Halfter überprüft hatte, wurden alle nacheinander über den Hof geführt – und man glaubt es nicht – bis auf Noel, der sich ein bißchen bockig anstellte, liefen alle problemlos mit.
Dass das so gut und schnell geklappt hat, ist sicherlich Manuelas langjähriger Erfahrung zuzuschreiben und auch ihrer Art, mit den Tieren umzugehen.
Selten habe ich in so kurzer Zeit so viel zum Umgang mit meinen Alpakas gelernt.
Montag morgen haben wir noch einmal einen Spaziergang zum Deich und zu den Salzwiesen gemacht und danach war eigentlich klar, dass ich wieder nach Hause fahren konnte und dann heißt es einfach nur noch : üben, üben, üben…….
Aber vorher mussten wir noch etwas klären, denn in den 2 Tagen dort hatte ich mich doch glatt verliebt………
…….in Balu, und den wollte ich gerne auch noch mitnehmen.
Schnell sind wir uns einig geworden und Dienstag morgen habe ich mich dann mit 5 Alpakas auf den Weg nach Hause gemacht. Dort angekommen wurden alle erst einmal auf die Wiese entlassen, um sich von der Fahrt zu erholen und um Balu Gelegenheit zu geben, sein neues Zuhause zu erkunden.
In den nächsten Tagen werden wir sofort mit dem Training weitermachen, damit das Erlernte nicht in Vergessenheit gerät und damit sich alle an regelmäßige Ausflüge gewöhnen und ihren Spaß daran haben.
Zum Abschluss möchte ich mich noch einmal herzlich bei Manuela Seebach bedanken, die mir dank ihres Fachwissens in ganz kurzer Zeit eine Menge Infos vermittelt und mir geholfen hat, meine Alpakas halfterführig zu bekommen.
Danke Manuela und alles Gute für die Zukunft
Das warten hat sich gelohnt
Seit die Alpakas im März zu uns gekommen sind, versuche ich langsam und in kleinen Schritten, ihr Vertrauen zu gewinnen – und nun zeigen sich die ersten Erfolge.
Das Halftern klappt mittlerweile recht gut, bei Sancho nahezu freiwillig.
Er frißt mir sogar aus der Hand und folgt mir ein paar Schritte am Strick.
Noch nicht sehr weit, aber der Anfang ist gemacht.
Von der Wolle zum Garn
Heute gibt es eine kleine Exkursion zum Thema ” Wollverarbeitung “.
Mechthild Büscher aus Coesfeld hatte sich bereit erklärt, mir vor Ort eine Einführung in die Verarbeitung der Alpaka-Wolle zu geben. Sie brachte ihre Kardiermaschine und ihr Spinnrad mit, baute alles auf und erklärte mir die einzelnen Schritte von der Rohwolle bis zum gesponnenen Garn.
Nachfolgend ein paar Bilder mit den dazugehörenden Erläuterungen.
Glück gehabt
Heute war es endlich soweit.
Alle 4 Alpis haben ihr Halfter auf der Nase gehabt. Aber nicht dass ihr jetzt denkt, es war einfach. War es nicht.
Gewöhnung an’s Halfter
Nichts einfacher als das wird jeder denken, der es noch nicht probiert hat. Draußen ist es eiskalt und trotzdem wird einem warm.
Das passiert, wenn man versucht, einen jungen Wallach aufzuhalftern, ohne in wirklich bedrängen zu wollen.
Zunächst habe ich es bei Sancho versucht, erst das Seil um den Hals, dann das Halfter anlegen, anpassen, fertig – das ganze in 30 Minuten. Jetzt raus aus dem Catchpen und spazierengehen – dachte ich.
Wir haben fertig
Nach einer turbulenten Diskussion zum Thema Hengst oder Wallach habe ich mich durchgesetzt.
Eigentlich sollte es los gehen
Heute sollte es eigentlich los gehen- das mit dem Halfter und so. Sancho wurde mit der Gerte und dem Führseil gemäß Marty eingefangen.
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Meine Alpakas
Entschluss
Nach zwei Jahren Überlegen und Recherche war es nun endlich soweit.
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